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Hier finden Sie ein paar der gängigsten Fachbegriffe verständlich erklärt, damit
Sie künftig auch mitreden können. Die Auflistung erhebt dabei nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.
Diamantrahmen/Sloping
Nein, Edelsteine sucht man hier vergeblich. Gemeint ist hier vielmehr die klassische Rahmengeometrie mit waagrechtem Oberrohr. Solche Rahmenformen hatte man früher als Diamandrahmen bezeichnet.
Heutzutage gibt es diese nur noch vereinzelt und wenn dann im Rennradbereich.
Im allgemeinen aber haben moderne Rahmengeometrien ein abfallendes Oberrohr. Englischsprachig auch sloping toptube genannt.
Diese Bauform ermöglich auch bei größeren Rahmenhöhen mehr Schritt- und Bewegungsfreiheit auf dem Rad. Bei einem geslopten Rahmen gibt man daher auch zusätzlich zur tatsächlichen Oberrohrlänge die Länge des gedachten, waagerechten Oberrohres an.

Federgabel
Eine Federgabel ist heutzutage aus einem Mountainbike nicht mehr wegzudenken. Sie ersetzt die urzeitlichen Starrgabeln und sorgt für ein deutliches Plus an Fahrkomfort und –Sicherheit.
Kernstück ist eine Federung-Dämpfungseinheit. Die Federung kann dabei mittels Luftpolster oder über eine konventionelle Spiralfeder erfolgen. Damit die Federbewegung (auf und ab) kontrolliert abläuft, ist eine Dämpfung unumgänglich. Sonst würde die Gabel wie ein „Flummi“ springen und hüpfen. Die Dämpfung geschieht entweder mittels offenen Ölbad oder einer gekapselten Ölkartusche im Inneren des Gabelholmes. Federgabeln sollten grundsätzlich auf das Fahrergewicht abgestimmt werden. Im Falle einer Luftfederung wird eine Luftkammer über ein Ventil mit Luft befüllt. Je schwerer der Fahrer ist, desto höher muss der Luftdruck sein.
Bei den inzwischen eher selten gewordenen Spiralfederungen funktioniert die Abstimmung zum einen über die Federhärte (je schwerer der Fahrer, desto härter die gewählte Feder) und zum anderen über die Federvorspannung.
Bei besonders guten Federgabeln lassen sich zudem die Dämpfungseigenschaften regulieren. Hierzu kann man einstellen, wie schnell/langsam die Gabel ein- und ausfedern soll (nähere Erläuterung siehe bitte auch Thema Zug- und Druckstufe).

Federweg
Der Federweg ist eine der wichtigsten Kenngrößen im direkten Vergleich verschiedener Federsysteme.
Standard bei den Hardtails sind inzwischen 100mm. D.h. die Federgabel ist in der Lage über einen Eintauchweg von 10cm Stöße abzufedern.
Bei manchen Federgabeln kann man den Federweg zusätzlich verstellen. Dies funktioniert sogar während des Fahrbetriebes. Es gibt Federgabeln, bei denen sich der Federweg kontinuierlich z.B. zwischen 85 und 115mm beliebig verstellen lässt. Bei anderen Federgabeln kann man z.B. 3 stufig umschalten zwischen 100, 120 und 140mm.
Bei den Federbeinen muss das Thema Federweg etwas differenzierter betrachtet werden.
Am Federbein selbst gibt es das Bewegungsspiel zwischen Kolben und Zylinder. Man spricht hier vom sog. Kolbenhub, der sich i.d.R. zwischen 30-40mm abspielt. D.h. mehr als diese kleine Wegstrecke kann sich der Dämpfer nicht bewegen. Dies wäre als nutzbarer Federweg natürlich völlig unzulänglich. Die Lösung heißt Übersetzungsverhältnis. Die Federbeine werden meist über ausgeklügelte Wippen und Umlenkhebel angesteuert. Bis zur Hinterradachse wird üblicherweise eine indirekte Wegstrecke im Faktorverhältnis 1:4 ermöglicht. Also während der Dämpfer selbst um 10mm eintaucht, federt das Hinterrad bereits um 40mm.
Gängig sind Federwege am Hinterbau von Minimum 100mm. Besonders beliebt ist jedoch die sog. 125mm All Mountain - Klasse. Der zur Verfügung stehende ist idealerweise auf den Einsatzbereich abgestimmt. Für die Anforderungen im Enduro und Freeride wird mehr Federweg benötigt. 160mm und mehr sind heutzutage auch keine Seltenheit mehr.

Fully
Auch dieser Ausdruck hat sich inzwischen im Deutschen etabliert und steht für ein vollgefedertes Mountainbike. Fully ist die umgangsprachliche Abkürzung zu „Fullsuspension“ (Vollfederung).
Bei einem Fully ist also zusätzlich zur Federgabel ein Hinterbaudämpfer (auch Federbein genannt) vorhanden. Damit wird der bewegliche Hinterbau abgefedert.
Die Gattung Fully verzeichnet in den letzten Jahren die stärksten Zuwachsraten. Fullys sind auf dem Vormarsch und für Handel und Industrie stellen sie einen starken Expansionsmarkt dar.

Gusset
Darunter versteht man ein zusätzlich angebrachtes Verstärkungsblech an der Übergangsstelle Unterrohr zum Steuerrohr. Dies sorgt für mehr Lenkkopfsteifigkeit und damit mehr Präzision beim Steuern.

Hardtrail
Unter diesem aus Amerika eingedeutschten Begriff versteht man ein Mountainbike, das nur vorne gefedert ist. Hardtails stellen die am weitesten verbreitete Gattung von Mountainbikes dar und haben die früheren ungefederten Bikes mit Starrgabel abgelöst.

Hinterbaudämpfer/Federbein
Funktioniert im Prinzip wie eine Federgabel mit nur einem zentralen Holm.
Auch hier gibt es Systeme mit einer Spiralfeder und solche mit einer Luftfederung. Über Luftdruck bzw. die Federhärte/ Federvorspannung kann man das Federbein an das Fahrergewicht anpassen. Die Dämpfung erfolgt wieder mittels Öl. Bei guten Federbeinen lässt sich zudem die Dämpfergeschwindigkeit, als wie schnell der Dämpfer ein- und ausfedert, einstellen.

Hydraulikbremsen
Dieses Wort alleine ist in der Fahrradtechnik eher ungebräuchlich. Vielmehr aber in Begriffskombination als hydraulische Felgenbremsen oder hydraulische Scheibenbremsen.
Anders als bei der Gattung der Seilzugbremsen (V-Brake, Cantilever Bremse), bei denen ein Innenzug aus Drahtgeflecht in einer Außenhülle geführt wird und der die Zugkräfte auf die Bremse überträgt, wird dieses Zusammenspiel bei hydraulischen Bremsen über Ölleitungen realisiert.
Ein spezielles Hydraulik-Bremsenöl befindet sich in den Druckleitungen. Bei Betätigung am Bremshebel drückt ein Geberzylinder auf die Ölsäule in der Leitung. Diese wiederum drückt verlustfrei auf den Nehmerkolben im Bremssattel und damit auf die Bremsbeläge. Ein solches Bremsensystem ist den Seilzugsystem weit überlegen.
Gerade die Scheibenbremsen sind inzwischen salonfähig und finden sich sogar schon an Rädern in niedrigen Preisklassen wieder. Eine Scheibenbremse hat heutzutage die gleich hohe Bedeutung an einem guten Mountainbike wie eine Federgabel.

Plattform
Ein sonderbarer Begriff. Ihn findet man meist in Verbindung mit Begriffen wie Plattformdämpfung, Plattformventil usw.. Herstellerseitig liest man an dieser Stelle häufig „SPV“, „Motion Control“ oder „Terralogic“.
Was steckt dahinter ?
In die sog. Plattform gehen verschiedene Parameter ein. Eigengewicht, Fahrergewicht und das Losbrechmoment, also die Krafteinwirkung, ab der das Federungssystem überhaupt anfängt zu arbeiten. Während die Gewichte zwar individuell, aber feste Werte darstellen, lässt sich das
Losbrechmoment beliebig einstellen, je nach Wunsch bzw. Terrain.
Wichtig ist nur: ohne die korrekte Plattform-Einstellung funktioniert diese geniale Dämpfungstechnik nur unbefriedigend zum Leidwesen der Besitzer.
Die individuelle Einstellung ist dabei so zu wählen, dass selbst im Wiegetritt das Fahrwerk (Federgabel und Federbein) sich wie bei einer Blockierung (Lockout) verhält. Also unterhalb des eingestellten Plattform Wertes verhält sich das Fahrwerk wie blockiert und oberhalb des Wertes arbeiten die Federungssysteme uneingeschränkt. So lassen sich verschiedene, ganz persönliche Setups finden. Z.B. dass die Federungen nur bei schweren, großen Stößen arbeitet und bei kleinen Bodenunebenheiten das Fahrwerk starr bleibt.

(Remote) Lockout/Poplock
Zu einer guten, modernen Federgabel gehört auch eine Blockierfähigkeit. Es gibt je nach Hersteller verschiedene Begriffe hierfür. Die gängigsten sind Lockout und Poplock. In allen Fällen aber wird ein technische Vorgang beschrieben, bei dem mittels Verstellmechanik der Öldurchlasskanal im Dämpfungskreislauf so stark verengt wird, dass das Öl eigentlich nicht mehr hindurchströmen kann.
Dieser Effekt einer Maximaldämpfung kommt einer gefühlten Blockierung gleich. Die Blockierung ist daher nicht als mechanische Verriegelung zu verstehen, weshalb man mit betätigtem Lockout besser kein Gelände fahren sollten. Die Schläge und Kräfte auf das Ölkreislaufsystem wären so groß.
Ein Lockout ist sinnvoll, wenn man Anstiege auf befestigten Untergrund möglichst effizient bewältigen möchte.
Der Begriff „Remote“ steht für Fernbedienung. Eine fernbedienbare Blockierung also. I.d.R. findet man hierzu eine Bowdenzug von der Gabel weg an den Lenker in Verbindung mit einem Schalthebel.
So lässt sich bequem vom Lenker und während des Fahrbetriebes aus die Gabel blockieren und wieder öffnen.

Rahmengeometrie
Erinnert uns ein wenig an Mathematik. In gewisser Weise hat es damit auch zu tun.
Die geometrischen Verhältnisse zwischen den Rohren, also die Längen und Winkel, sind
Für das Fahrgefühl, die Charaktereigenschaften des Rahmens und schlussendlich auch für den Einsatzbereich verantwortlich: Tour, Race, Marathon, Enduro, Freeride, Downhill.
Folgende Rohre werden i.d.R. aufgeführt:
Oberrohr, Unterrohr, Sitzrohr, Steuerrohr, Sitzstreben, Kettenstreben.
Des weiteren gehören der Sitzwinkel, der Steuerwinkel und der Radstand zu den Geometriedaten dazu.

Rahmenmaterialen
Rahmen gibt es aus verschiedenen Materialen.
Während in den frühen Jahren des Mountainbike Booms der Stahlrahmen als das Maß aller Dinge angesehen wurde, so hat sich hier in den letzen Jahren sehr viel getan. Mittlerweile markiert der Aluminumrahmen aufgrund seiner allgemeinen guten Materialeigenschaften und Langlebigkeit den Standard beim Rahmenbau. Es gibt verschiedene Legierungen, die auch zu verschiedenen Bezeichnungen führen. Am bekanntesten dürfte wohl das 7005er Aluminium sein. Andere Legierungen benötigen eine nachträgliche Hitzebehandlung, um die nötige Festigkeit zu erhalten.
Für den Kunden spielen diese technischen Finessen allerdings eine untergeordnete Rolle.
Ein guter Aluminiumrahmen zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass er mehrfach konifiziert ist. D.h. die Wandstärke variierte auf einer Rohrlänge mehrfach. Dadurch wird das Rahmengewicht niedrig gehalten, ohne dabei die Stabilität zu gefährden.
Titan als Rahmenmaterial war schon früher sehr selten und teuer und gilt auch heute noch als recht exotisch. Dabei hängen die Materialeigenschaften und damit die Vorteile stark von der Legierung ab. Titan ist nicht gleich Titan. Titan ist unverwüstlich, gemacht für die Ewigkeit, zeitlos und edel. Hat aber dennoch keine echte Bedeutung im kommerziellen Rahmenbau gewonnen.
Ganz anders sieht es mit dem modernen Wunderwerkstoff Carbon aus. Man kennt es schon lange z.B. aus dem Motorsport. Dort ist Carbon nicht mehr wegzudenken. In den letzen Jahren hat es sich als exklusives Rahmenmaterial in bestimmten Bereichen auch im Rahmenbau durchgesetzt. Geringes Gewicht und hohe Belastbarkeit, das ist die Stärke von Carbon. Inzwischen findet man Carbon auch schon immer häufiger im Low Budget Bereich. Hier ist Vorsicht geboten. Carbon setzt einiges an Fertigungs KnowHow voraus. Pfusch kann gefährliche Folgen haben. Richtig gute, edle Carbonrahmen sind nach wie vor auch ziemlich teuer. Aber bezahlbarer, kommerziell gefertigte Carbonrahmen sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch und erobern auch in den kommenden Jahren immer mehr Preisbereiche.

Sag
Aus dem Englischen bedeutet wörtlich Durchhängen. Bei Federungssystemen ist es wichtig, dass sowohl Federgabel als auch das Federbein im Ruhezustand durch die Belastung von Eigen- und Fahrergewicht ein wenig nachgibt (durchhängt). Über den "Sag" wird der sog. negative Federweg ermöglicht. Die Federung soll schließlich nicht nur bei einem Stein oder Wurzel funktionieren und den Stoss wegschlucken, sondern auch dann, wenn man z.B. in eine Mulde oder über eine Querrinne fährt.

UST - Schlauchlose Reifen
Das UST System wurde von Mavic auf den Markt gebracht. Dabei handelt es sich um eine Verbindungstechnik zwischen Reifen/Mantel und Felge, bei dem kein Schlauch mehr nötig ist (Vergl. Autoreifen).
UST Felgen verfügen über eine spezielle Ausformung und Abdichtung, so dass bei Verwendung eines
UST spezifizierten Reifens dieser luftdicht und bombensicher auf der Felge sitzt.
Hierdurch spart man sich nicht nur die Investition in Schläuche. Nein, der Vorteil liegt darin, dass man zum einen mit weniger Luftdruck fahren und dadurch einen höheren Fahr- und Abrollkomfort erzielen kann. Zum anderen spart man ein paar Gramm Gewicht. Ein UST Reifen ist zwar konstruktions-bedingt etwas schwerer als ein normaler, jedoch immer noch leichter als ein konventioneller Reifen plus passender Schlauch. Der Hauptvorteil aber liegt in der Pannensicherheit begründet. Denn wo kein Schlauch ist, kann auch kein Loch mehr hineingefahren werden, welches zum Luftverlust und damit zur typischen Reifenpanne führt. Ähnlich wie ein Autoreifen kann aber auch ein Schlauchlosreifen ein Loch bekommen. Ist aber eher selten. Hier kann der Reifen einfach wie ein Schlauch geflickt werden, indem von Innen ein spezieller Flicken appliziert wird.

Zugstufe/Druckstufe
Mit diesen beiden technischen Begriffen wird man sehr häufig konfrontiert. Auch in Beratungs- und Verkaufsgesprächen fallen diese gerne und es wird leider nur allzu oft als selbstverständlich angenommen, dass der Kunde Bescheid weiß.
Die Zugstufe (engl. Rebound) beschreibt das Dämpfungsverhalten beim Ausfedern. Dieses lässt sich bei einer guten Federgabel über eine Einstellung regeln. Viel und wenig Zustufe bedeutet dabei langsame und schnelle Ausfedergeschwindigkeit.
Die Druckstufe (engl. Compression) beschreibt das Dämpfungsverhalten beim Einfedern. Die Druckstufeneigenschaften sind i.d.R. nur für den professionellen Wettbewerbseinsatz von Relevanz.
Im normalen Gebrauch ist eine regelbare Einfedergeschwindigkeit eher uninteressant. Deswegen findet man eine Druckstufenverstellung nur bei sehr teuren Highend Modellen wieder.

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